Fallstudie20. Okt 20267 Min. Lesezeit

Miele Japan auf der Shinjuku Wall 456: ein 3D-Film für einen 45,6 Meter langen Screen, angepasst für Säulen und Züge

Shinjuku Wall 456: 45,6 m lang, 1,71 m hoch. Unser 3D-Film für Miele AutoDos zum Entlanggehen, angepasst für 39 Säulen-Screens und die Yamanote-Linie.

Shinjuku Wall 456 im JR-Bahnhof Shinjuku: die weiße Miele-Küche mit geöffnetem Geschirrspüler neben dem roten Miele-Logo, Passanten gehen vorbei

Vom 31. August bis zum 6. September 2026 gehörte Miele Japan die gesamte Shinjuku Wall 456, die 45,6 Meter lange LED-Wand im JR-Bahnhof Shinjuku, für den Launch seiner Geschirrspüler mit AutoDos. Wir haben den 3D-Film dafür gemacht: eine einzige Geschichte über die volle Länge der Wand, dann derselbe Film, angepasst für die 39 Säulen-Screens der Passage und die Screens in den Zügen der JR Yamanote-Linie.

Unterwegs an der Shinjuku Wall 456, 1. September 2026. Zum Projekt

Ein Screen zum Entlanggehen, nicht zum Hinschauen

Die Shinjuku Wall 456 verläuft entlang der East-West Free Passage (Ost-West-Passage) im JR-Bahnhof Shinjuku, einem der meistfrequentierten Bahnhöfe der Welt. Sie ist 45,6 Meter lang und 1,71 Meter hoch, einer der größten LED-Screens Japans, und seit Mai 2021 in Betrieb, mit 39 Säulen-Screens von J-AD Vision und 16 Beschallungspunkten entlang desselben Gangs, laut Panasonic und Advertimes.

In Pixeln misst die Fläche 28.800 × 1.080: rund 27-mal breiter als hoch. Ein Standard-HD-Bild füllt gerade eines von fünfzehn Panels. Niemand sieht die ganze Wand auf einmal, und niemand bleibt davor stehen: Die Menschen gehen daran vorbei, von beiden Enden aus, und erwischen den Loop an irgendeiner Stelle.

Für die Kreation ändert das alles:

  • Die Geschichte muss wandern. Etwas muss sich im Schritttempo an der Wand entlangbewegen, damit die Menschen in der Passage ihm folgen.
  • Jedes Bild muss für sich funktionieren. Wer an irgendeiner Stelle des 30-Sekunden-Loops für zwei Sekunden aufschaut, muss es trotzdem verstehen.
  • Die Mitte gehört der Marke. Wer von beiden Enden kommt, blickt zur Mitte. Dort setzen Luxusmarken auf dieser Wand ihr Logo, und dort kam auch das Logo von Miele hin.

Dazu kommen die eigenen Regeln des Bahnhofs. Die Richtlinien von JR für Bahnhofsmedien schließen alles aus, was Menschen stehen bleiben lässt: plötzliche laute Geräusche, Blinken oder extreme Helligkeit, unhygienische oder beängstigende Bilder und alles, was mit der Beschilderung des Bahnhofs verwechselt werden könnte. Das globale Team von Miele wiederum wollte „Stopping Power“. Der Film musste die Aufmerksamkeit halten, ohne den Passantenstrom je aufzuhalten.

Das Briefing

Miele Japan kam über das Westeuropa-Team von Miele zu uns, nach unserer HydroClean-Kampagne auf 81 Screens in vier Ländern. Das Produkt war der Geschirrspüler G7984 mit AutoDos, der das Spülmittel selbst aus einer PowerDisk dosiert. Die Botschaft: die überlegene Qualität und Präzision von Miele.

Der Mediaplan: die Shinjuku Wall 456 mit 100 % Share of Voice, Screens in den Zügen der JR Yamanote-Linie, der Ringlinie rund um das Zentrum Tokios, und die Säulen-Screens von J-AD Vision in der Passage, alles für eine Woche.

Von vier Jahreszeiten zu einer PowerDisk

Die ersten Runden erkundeten mehrere Richtungen, von einer Shinkansen-Idee bis zu „Four Seasons“, ein Teller pro Jahreszeit entlang der Wand, damit jeder, der den Screen mitten im Loop erwischt, es versteht. Das globale Team von Miele lenkte die Kampagne auf das Produkt selbst: AutoDos, im Einklang mit Mieles Plattform „Once a Miele, Always a Miele“.

Dann kam die eigentliche Frage vom globalen Team: Nutzt der Film das extreme Querformat wirklich aus? Unsere Antwort war ein Splitscreen, gebaut für die Wand. Links sechs Panels mit drei Geschirrspülern, in der Mitte ein permanenter Miele-Logoblock aus drei Panels, 9,12 Meter breit, rechts dieselben sechs Panels gespiegelt. Die Antwort des globalen Teams: „Loved it… great stopping power. Kudos.“

Layout-Mock-up der Wand: sechs Panels mit drei Geschirrspülern, der rote Miele-Logoblock in der Mitte, rechts dieselben sechs Panels gespiegelt
3. Juli 2026: das Layout der Wand, sechs Panels, der Logoblock, sechs Panels gespiegelt
Shinjuku Wall 456: die weiße Miele-Küche mit geöffnetem Geschirrspüler neben dem roten Miele-Logoblock, Passanten gehen vorbei
Die Küchenpanels und der zentrale Logoblock auf der Wand

Der Film, Szene für Szene

Der Loop dauert 30 Sekunden: 21 Sekunden CGI, dann die Schlussbilder.

  1. Eine dunkle Küche, japanisches Geschirr entlang der Wand aufgereiht.
  2. Spülmittelpulver ergießt sich über die ganze Länge des Screens und begräbt das Geschirr. Die Einblendung fragt: 洗剤、その量でいい? („Ist das die richtige Menge Spülmittel?“).
  3. Die PowerDisk gleitet herein, rollt an der Wand entlang und saugt jedes Körnchen auf.
  4. Das Licht geht an, eine perlbeige Miele-Küche erscheint. Die Disk schrumpft und wird zu dreien.
  5. Drei Geschirrspülertüren öffnen sich, das Geschirr fliegt in die Körbe, die Disks springen in ihre Fächer.
  6. Die Türen schließen sich und gehen wieder auf: weißes Leuchten, glänzendes Geschirr.
  7. Zwei Claims, ついに訪れた。洗剤の投入から解放される日が。(„Vielleicht ist heute der Tag, an dem Sie sich vom manuellen Dosieren verabschieden.“) und Miele食器洗い機 洗剤自動投入AutoDos搭載 („Miele-Geschirrspüler mit AutoDos“), dann färbt sich die Wand Miele-Rot.
Nah an der Wand: das Pulver, das Geschirr, die erste Einblendung

Gebaut für 28.800 Pixel

Alles auf der Wand ist 3D: Lookdev in Blender, die Pulversimulation in Houdini, Compositing in After Effects. In dieser Größe sehen Tausende Menschen am Tag jedes Detail aus nächster Nähe. Deshalb kam das Briefing mit Regeln, und jede davon hat den Film geprägt.

  • Pulver, das man als Spülmittel erkennt. In den ersten Bildern konnte niemand Spülmittel von Kaffee- oder Hühnerbrühepulver unterscheiden. Wir haben drei Simulationsansätze getestet und das Pulver dann so überarbeitet, dass es sich häuft und fällt, statt wie Wasser zu fließen, bis es nur noch eines sein konnte.
  • Gläser unter dem Pulver. Glas war eine Vorgabe des globalen Teams: acht bis neun Gläser unter den 21 Teilen im Vordergrund, Wein- und Champagnergläser im Riedel-Stil. In Pulver begrabenes Glas wirkte im Rendering anfangs zu schwer. Wir haben das gelöst und die Gläser behalten.
  • Japanisches Geschirr, nach den Regeln. Arita-Porzellan als Referenz, keine Metallränder und keine Aufglasurmalerei, tiefe Schalen nie mit der Öffnung nach oben, und der asiatische Besteckkorb gefüllt mit Stäbchen, Löffeln und kleinen Schälchen, eine der wichtigsten Produktfunktionen in Japan.
  • Nichts auf dem Boden. Aus Hygienegründen durfte kein Geschirr auf dem Boden stehen. Das Geschirr wanderte auf ein Tischchen für die Teezeremonie, dann auf eine weiße Kücheninsel ohne Beine.
  • Sound für einen Bahnhof. Realistisches Sounddesign und keine lizenzierte Musik, am Ende eine Ambient-Klangkulisse. Die PowerDisk durfte nicht nach Meeresrauschen klingen.
  • Ein weißes Leuchten, kein gelbes. Der Moment der Wahrheit, wenn die Türen wieder aufgehen, wechselte von einem warmen zu einem klaren weißen Leuchten, und der Rauch fiel weg.

Vor jeder Textur ging jede Einstellung durch Grau. Das Animatic legt Timing und Inszenierung fest, die Simulationstests das Verhalten des Pulvers, die Clay-Renderings den Platz jedes Tellers. Materialien, Licht und das lange finale Rendering kommen erst danach.

13. Juli 2026, das rohe Animatic: keine Textur, kein Licht, nur Timing und Inszenierung. Hier die ersten zwei der fünfzehn Panels der Wand
Ein Simulationstest für das Pulver: Die PowerDisk rollt an der Wand entlang und saugt das Spülmittel auf
Clay-Rendering des Geschirrs entlang der Wand: Schalen, Kannen, Becher und Gläser in Grau, vor den Materialien
16. Juli: die Platzierung des Geschirrs in Clay, Stück für Stück, vor jedem Material
Clay-Rendering eines geöffneten Miele-Geschirrspülers, beide Körbe mit Schalen und Tellern in Grau beladen
22. Juli: das Beladen der Körbe in Clay, tiefes Geschirr immer mit der Öffnung nach unten

Vom Kick-off am 4. Juni bis zur finalen Lieferung am 4. August lief das Projekt zwei Monate. Allein das finale Rendering der Wand dauerte rund 15 Stunden.

Ein Film, drei Formate

Zuerst kam die Wand, alles andere wurde daraus geschnitten. So musste keine Szene zweimal simuliert werden.

Shinjuku Wall 456. Der Master in 28.800 × 1.080, geliefert als 8K-Dateien in HEVC, mit der Bitrate und Lautheit, die das System des Bahnhofs verlangt: sechs 30-Sekunden-Loops in einer 180-Sekunden-Datei, auf Japanisch und Englisch.

J-AD Vision, 39 Säulen-Screens. Eine Hochformat-Version in 1.080 × 1.920. Ein Geschirrspüler statt drei, ein kürzerer Lauf der PowerDisk, dieselben Timings und das rote Logo synchron mit der Wand, sodass sich die ganze Passage in derselben Sekunde Miele-Rot färbt. Auf LCD wurde das Schlussbild gekürzt, um Einbrennen zu vermeiden.

JR Yamanote-Linie. Eine 15-Sekunden-Version ohne Ton, mit 29,97 Bildern pro Sekunde, für die Screens in den Zügen: drei Screens nebeneinander über den Fenstern und einer über der Tür, alle mit demselben Film. Sie ist ein Ausschnitt aus dem Rendering der Wand.

Die Hochformat-Version auf einer Säule von J-AD Vision und die 15-Sekunden-Version in einem Zug der Yamanote-Linie

An der Wand

Die Kampagne ging am Montag, dem 31. August, live und lief sieben Tage.

Die East-West Free Passage (Ost-West-Passage) im JR-Bahnhof Shinjuku: links das Miele-Logo auf der Wand, rechts auf den Säulen-Screens Passanten gehen an der Wand in Miele-Rot entlang, rechts die Säulen-Screens Ein Säulen-Screen von J-AD Vision in Miele-Rot im Vordergrund, dahinter die Wand, ebenfalls in Miele-Rot Ein Säulen-Screen von J-AD Vision mit dem weiß leuchtenden Miele-Geschirrspüler, neben dem JR-Fahrkartenschalter
JR-Bahnhof Shinjuku, September 2026. Fotos: Miele

Als die ersten Videos eintrafen, schrieb das Westeuropa-Team, das uns vermittelt hatte: „What a great work! Love it!“

Was wir daraus mitnehmen

  • Fürs Gehen gestalten, nicht fürs Schauen. Auf einer 45,6 Meter langen Wand ist der Passant die Kamera. Die Geschichte muss sich in seinem Tempo bewegen und von jedem Punkt aus funktionieren.
  • Der Marke die Mitte geben. Ein permanenter Logoblock in der Mitte der Wand brachte mehr „Stopping Power“ als jeder Effekt.
  • Die Ausschnitte vor der Simulation planen. Weil die Versionen für Säulen und Züge aus dem Rendering der Wand geschnitten wurden, kosteten drei Formate eine einzige Simulation.
  • Die Regeln als Briefing nehmen. Bahnhofsrichtlinien, Hygiene, Geschirr: Jede Vorgabe hat den Film präziser gemacht.

Zwei Miele-Kampagnen, zwei Kontinente, derselbe Ansatz: eine CGI-Idee, gebaut für die Screens, auf denen sie läuft. Die europäische steht in unserer Fallstudie zu HydroClean, und den Unterschied zwischen 3D auf flachen Screens und auf Übereck-Screens erklärt unser Guide zu Anamorphose und Forced Perspective.

FAQ

Wie groß ist die Shinjuku Wall 456?

45,6 Meter lang und 1,71 Meter hoch, entlang der East-West Free Passage (Ost-West-Passage) im JR-Bahnhof Shinjuku in Tokio. Die Bildfläche für einen Film misst 28.800 × 1.080 Pixel, rund 27-mal breiter als hoch.

Kann ein 3D-Film auf verschiedenen DOOH-Formaten laufen?

Ja, wenn die Formate vor der Produktion geplant werden. Für Miele wurde der Film für die 45,6 Meter lange Wand neu kadriert: eine Hochformat-Version mit 1.080 × 1.920 für 39 Säulen-Screens und eine 15-Sekunden-Version für die Züge der Yamanote-Linie, alles aus demselben Rendering.

Wie lange dauert eine Kampagne wie diese?

Bei dieser zwei Monate, vom Kick-off am 4. Juni bis zur finalen Lieferung am 4. August 2026, inklusive Konzeptrunden, Pulversimulation, finalem Rendering und der technischen Abnahme durch den Vermarkter.

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